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Jahresrückblick

von Bürgermeister Sven Haumacher

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,  
die Weihnachtszeit wie auch die Tage über den Jahreswechsel werden regelmäßig genutzt, um auf Vergangenes zu schauen und in die Zukunft zu blicken. Gut ist, auf dem Weg durchs Jahr Station zu machen und inne zu halten. Abseits des hektischen Alltagsgetriebes bietet die Weihnachtszeit dazu Gelegenheit.
 
Wenn wir aus kommunaler Sicht auf das vergangene Jahr zurückblicken, können wir feststellen, dass sich auch 2018 in Notzingen vieles ereignet, bewegt und weiterentwickelt hat. Die generell gute wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland war auch gut für die Gemeinde. Sehr gute Zahlen (nicht nur monetär betrachtet) begleiten uns und so wollen wir dankbar und froh das Geschehene betrachten. 
Der Gemeinderat hat in diesem Jahr zwölf Mal öffentlich und nichtöffentlich getagt und insgesamt 280 Tagesordnungspunkte behandelt. Der Verwaltungsausschuss traf sich drei Mal und hat 14 Punkte behandelt. Der Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) trat sechs Mal zusammen und hat 62 Themen besprochen.
 
Auf einzelne umgesetzte (oder in der Umsetzung begriffene) Projekte möchte ich leicht vertieft eingehen:
 
Mit dem Neubau des (privaten) Pflegeheimes geht es sehr gut voran. Es war ein Wunsch vieler Älterer im Ort, ein Pflegeheim anzusiedeln. Sehr schön, dass es geklappt hat. Dies ist ein Gewinn für die Infrastruktur und schafft überdies Arbeitsplätze. Anfang nächstes Jahr soll Richtfest sein, und, wenn alles gut geht, im Oktober nächstes Jahr die Fertigstellung.
Der demographische Wandel führt dazu, dass der Anteil älterer Menschen steigt, pro Jahr gibt es in Deutschland 5% mehr Pflegebedürftige. Es entsteht in Notzingen ein Haus mit 45 Einzelzimmern inklusive eigenem Bad, eine 400 qm große begrünte Dachterrasse zum Verweilen für die Bewohner und eine Tagespflege mit 15 Plätzen. Die gesamte Wohn- und Nutzfläche des Gebäudes beträgt ungefähr 4000 qm. Das Pflegeheim wird in schöner Lage errichtet, dies ist auch schön für die künftigen Bewohner.
 
Ein wichtiges Projekt ist auch die Rathausmodernisierung des aus dem Jahr 1976 stammenden Gebäudes. Die neu eingebauten Fenster machen sich energetisch schon jetzt bemerkbar. Überdies wird ein Aufzug gebaut bis in den Sitzungssaal, in dem die Gemeinderatssitzungen und auch standesamtliche Trauungen stattfinden. Gut ist, dass wir vom Landessanierungsprogramm profitieren und einen großen Teil der Kosten bezuschusst bekommen.
 
Das neu errichtete Mehrzweckfeld im Eichert sieht nicht nur gut aus, sondern wird auch sehr gut angenommen und steigert die Attraktivität der Sportanlagen.
 
Ein weiterer Gewinn für die Infrastruktur ist die Vergabe einer Gaskonzession mit der Energieversorgung Filstal. Das Gemeindegebiet soll hierfür mit einer Leitung von Schlierbach aus angeschlossen werden. Der neue Gaskonzessionsvertrag hat eine Laufzeit von 20 Jahren und sichert den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Gewerbe- und Industriebetrieben der Gemeinde Notzingen langfristig eine sichere Gasversorgung. Mehrere Bürger haben hieran schon Interesse geäußert.
 
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund um das Rathaus, den Bauhof, den Kindergärten, der Grundschule, der Kernzeitbetreuung und allen weiteren gemeindlichen Einrichtungen haben ein vielfältiges und sehr breites Aufgabenspektrum zu erledigen. Sie bewältigen dieses mit Motivation und Kompetenz.
 
Die Finanzlage ist sehr gut. Der Rücklagenbestand der Gemeinde liegt nun bei acht Millionen Euro. Und dies, obwohl viele Projekte, beispielsweise Bauvorhaben, angegangen worden sind.
Hauptgründe für die sehr gute finanzielle Situation der Gemeinde (neben solidem wirtschaften) sind vergleichsweise geringe Personalkosten. Es gibt Kommunen mit weniger Einwohnern aber teilweise mehr als einer Million Euro höheren Personalaufwendungen pro Jahr. Dass die Dinge funktionieren und die umfassenden Aufgaben bewältigt werden können, dafür sind ein gutes Miteinander und hoher Einsatz Voraussetzung. Dies haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunalverwaltung auch im zu Ende gehenden Jahr wieder gezeigt. Dies gilt es zu schätzen und dafür sage ich allen einen herzlichen Dank!
 
Das abgelaufene Jahr war aber auch wieder geprägt von den vielen Angeboten und Veranstaltungen der örtlichen Vereine und Institutionen, zu verdanken den engagierten Menschen in der Feuerwehr, im Arbeitskreis Asyl, den Kirchen und den musischen, sportlichen und weiteren Organisationen. In diesem Zusammenhang möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich herzlich bei allen ehrenamtlich tätigen Personen zu bedanken, die sich zum Wohle der Einwohnerschaft so vielfältig eingebracht haben. Dies hält unsere Gesellschaft zusammen. Unsere vielen Vereine und Vereinigungen, die sich um Sport und Kultur und um Wohltätigkeit aller Art kümmern machen unser Leben reich und lebendig.
 Ein Dankeschön gilt auch den mittelständischen Betrieben. Auch sie haben einen wesentlichen Anteil an der guten Finanzlage der Gemeinde und schaffen Arbeitsplätze. Ihnen allen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wünsche ich ein friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest, erholsame Tage, einen guten Jahreswechsel und ein glückliches neues Jahr. Möge es uns gemeinsam die kommenden Herausforderungen meistern lassen.
 
Herzlichst Ihr

 
Sven Haumacher

PS: Anbei Gedanken von Heinrich Zschokke (1771 bis 1848) zu den Neujahrswünschen. 
„Jeder wünscht sich langes Leben,
seine Kisten voller Geld,
Wiesen, Wälder, Äcker, Reben -
Klugheit, Schönheit, Ruhm der Welt,
doch wenn alles würde wahr
was man wünscht zum neuen Jahr,
dann erst wär es um die Welt,
glaubt es, jämmerlich bestellt.
 
Lebten alle tausend Jahre,
was gewönnen wir dabei?
Kahle Köpfe, graue Haare
und das ew'ge Einerlei!
Im erschrecklichen Gedränge
ungeheurer Menschenmenge
würden Stadt und Dorf zu enge,
und die ganze Welt zu klein.
Niemand könnte etwas erben,
denn es würde keiner sterben;
und wer möchte Doktor sein?
 
Wäre jedermann so reich,
als wohl jeder wünscht zu werden:
Nun, dann würden wir auf Erden
uns, in Sorgen, alle gleich.
Da niemand des andern Bürde
künftig auf sich laden würde,
müßte jeglicher allein
sein höchsteigner Diener sein;
selber seine Strümpfe stricken,
möcht' er nicht gern barfuß gehn;
selber Rock und Hosen flicken
möcht' er nicht wie Adam stehen;
müßte kochen, braten, backen,
liebte er gesunde Kost.
Wäre er kein Freund vom Frost,
müßt' er selber Holz sich hacken.
 
Ständen alle ohne Mängel
wir hienieden schon, als Engel,
o wie wär' es böse Zeit
für die liebe Geistlichkeit!
Wer denn könnte Pfarrer werden
in dem Himmel hier auf Erden,
wenn der Laie besser wäre
als die Predigt, die er hört?
Nur wo nötig ist die Lehre
-und sonst nirgends- hat sie Wert.
Advokaten gingen müßig;
Richter wären überflüßig;
und Dragoner und Husaren
wären überflüß'ge Waren.
Ach, in diesem Weltgetümmel
wüchse wieder neue Not,
denn es brächte unser Himmel
manchen braven Mann ums Brot.
 
Wären alle Mädchen schön,
und von außen und von innen
und vom Wirbel bis zum Zehn
zauberische Huldgöttinnen:
zu alltäglich, zu gemein
würden schöne Mädchen sein;
niemand würde auf sie blicken. -
Wäre alles Diamant,
was jetzt Kiesel ist und Sand,
niemand möchte sich drum bücken.
 
Jeder wünscht zum neuen Jahr.
Aber würde alles wahr,
dann erst wär' es um die Welt,
glaubt es, jämmerlich bestellt!
Wollet Ihr die Welt verbessern,
(bloße Wünsche tun es nie,
Spiele sind's der Phantasie!)
wollet ihr die Welt verbessern,
fange jeder an bei sich,
denn der Mittelpunkt der größern
Welt ist jeglichem sein Ich.
Dieses Ich wirft seine Strahlen,
einer innern Sonne gleich,
durch des Lebens weites Reich.
Wie es selber ist, so malen
sich die Dinge klein und groß,
prächtig oder farbenlos!“


Den gesamten Jahresrückblick finden Sie hier (17,245 MB)

(Erstellt am 20. Dezember 2018)
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